Wie ein Cover entsteht

Ich beginne gerade mit dem Cover für „Winterzauber – Mit Milla durchs Jahr“. Noch ist da kein fertiges Bild, eigentlich beginnt alles erst jetzt.

Anett hatte vor einiger Zeit die schöne Idee, einmal die Entstehung eines meiner Bilder von Anfang an zu dokumentieren. Für das Cover von Winterzauber scheint mir genau jetzt der richtige Moment dafür zu sein.

Diesmal könnt ihr also wirklich von den ersten Linien an mit dabei sein. Immer wenn ich am Bild weitergearbeitet habe, werde ich den nächsten Stand zeigen. Mit Veränderungen, Entscheidungen, vielleicht auch verworfenen Ideen und Umwegen.

Denn bis ein Bild so aussieht, wie ich es irgendwann vor mir gesehen habe, passiert meistens einiges.

Die einzelnen Schritte sammle ich fortlaufend hier:

Heute beginnt es also mit dem ersten Bild. Mal sehen, wohin mich Milla und der Winterzauber führen

Der erste Schritt

Bevor überhaupt Farbe ins Spiel kommt, beginne ich ganz unspektakulär mit dem Bleistift. Noch geht es nicht um Fell, Schnee, Licht oder all die kleinen Dinge, die später den Winterzauber ausmachen sollen. Im ersten Schritt interessiert mich nur der Aufbau des Bildes.

Die Grundidee steht bereits: Milla und ihre Freunde sollen gemeinsam im Schnee auftauchen, fast so, als würden sie gerade erst aus einer weichen Schneedecke hervorschauen. Milla, Flora, Matti, Pino und Hugo bilden dabei eine ruhige Reihe im unteren Teil des Bildes. Sie sollen einander nahe sein, aber trotzdem genügend Raum bekommen, damit jede Figur ihren eigenen Charakter behält.

Darüber öffnet sich der eigentliche Winterraum. In der Mitte steht eine verschneite Tanne. Sie bildet die ruhige Achse des Covers und führt den Blick nach oben. Links und rechts werden später nur angedeutete, verschneite Büsche und Äste den Bildraum schliessen. Wichtig ist mir dabei, dass das Ganze nicht zu voll wird. Es soll viel Luft bleiben. Viel Schnee. Viel Ruhe. In diesem Bereich wird später auch der Titel des Buches seinen Platz finden.

Mit dem Bleistift lege ich deshalb zunächst nur die grossen Flächen und Richtungen fest: Wo beginnt der Vordergrund? Wie hoch sitzen die Figuren im Bild? Wie viel Raum bekommt der Himmel? Wo steht die Tanne? Und vor allem: Wo soll später das Licht entstehen?

Denn genau dieses Licht wird für mich entscheidend sein. Hinter der Tanne soll sich später ein warmer, beinahe goldener Schimmer öffnen. Nicht wie eine sichtbare Sonne, sondern eher wie dieses besondere Winterlicht, bei dem man nicht genau weiss, ob gerade ein Tag beginnt oder einer zu Ende geht. Rundherum bleiben die Farben kühler, zarte Blau-, Grau- und Violetttöne, während die Mitte Wärme in das Bild bringen soll.

Auch die Tiere sind in dieser ersten Phase noch nicht viel mehr als Formen. Kreise, Köpfe, ungefähre Haltungen und natürlich schon die Ohren von Milla. :-) Ich möchte zuerst sehen, ob die Figuren miteinander funktionieren, ob ihre Abstände stimmen und ob die Gruppe als Ganzes wirkt. Erst danach kommen Augen, Gesichtsausdrücke und all die kleinen Gesten dazu, durch die Milla und ihre Freunde lebendig werden.

In meinem Kopf sehe ich bereits viel weissen Schnee, einen stillen Garten, die Tanne in der Mitte und fünf Freunde, die ganz selbstverständlich zusammengehören. Ich sehe die unterschiedlichen Schals, das Licht, die Farben und diese besondere Ruhe, die das Bild später tragen soll.

Aber zuerst gibt es nur Bleistift. Ein paar Linien auf weissem Papier und die Frage, ob aus ihnen irgendwann genau dieser Winterzauber entstehen kann.

01.09.2026

Inzwischen habe ich die Bildgrösse noch einmal angepasst und auf das endgültige Format gebracht. Danach ging es an den Hintergrund genauer gesagt vor allem an die Tanne.

Ich versuche, sie so aufzubauen, wie ich sie mir im fertigen Bild vorstelle: tief verschneit, eingebettet in eine ruhige Winterlandschaft. Ein kleines Tal ist bereits angedeutet, ebenso der Bereich hinter der Tanne, in dem später dieses warme, weiche Licht entstehen soll.

Noch ist alles sehr zurückhaltend und skizzenhaft. Aber die Richtung wird langsam sichtbar.

Und schon bald sind dann die Kleinen Fünf an der Reihe.

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Nadia

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Wie Millas Welt langsam zum Buch wird