Milla und das kleine Funkeln
Milla, die kleine Maus, spaziert durch den Garten. Die Sonne scheint warm auf ihr Fell, und überall leuchten die Blumen in Gelb, Rot und Grün. Milla schnuppert hier, schaut dort und setzt ihre kleinen Pfoten ganz vorsichtig zwischen die Gräser.
Plötzlich bleibt sie stehen.
Zwischen den Blumen glitzert etwas.
Milla macht grosse Augen. „Oh“, flüstert sie, „was ist denn das?“
Sie geht ein kleines Stück näher. Das Funkeln bewegt sich nicht. Es liegt ganz still auf einem Blatt. Erst denkt Milla, es sei ein winziger Schatz. Dann sieht sie, dass es ein Tropfen Wasser ist. Ein runder, heller Tropfen, in dem die ganze Sonne wohnt.
Milla setzt sich ins Gras und schaut ihn lange an.
„Du bist ja klein wie ich“, sagt sie leise. „Aber du kannst leuchten wie der ganze Himmel.“
Da muss Milla lächeln.
Sie versteht: Man muss gar nicht gross sein, um etwas Besonderes zu sein. Manchmal reicht ein kleiner Tropfen, eine kleine Maus oder ein stiller Moment im Garten.
Dann stupst der Wind das Blatt ganz sachte an, und der Tropfen kullert davon.
Milla winkt ihm mit der Pfote nach.
„Mach’s gut, kleiner Schatz“, sagt sie.
Und dann läuft sie weiter, denn wer weiss, welche Entdeckung der Garten noch für sie bereithält.