Milla im Atelier

Heute kommt Milla, die kleine Maus, ganz leise ins Atelier. Niemand hört sie. Nicht einmal die Pinsel im Glas klappern. Nur ihre kleinen Pfoten tippeln vorsichtig über den Boden.

Milla bleibt stehen und schaut sich um. Überall liegen Stifte, Papier und Farben. Es riecht ein bisschen nach Tusche und nach Holz. Auf der Staffelei steht ein neues Bild: eine Frau im Regen.

Milla macht grosse Augen.

So viel gibt es hier zu entdecken. Da ist ein Bleistift, der fast so lang ist wie ein Ast. Da ist ein Pinsel, der aussieht wie ein kleiner Besen. Und da ist ein weisses Blatt Papier, so gross und hell, als könnte darin eine ganze Welt wohnen.

Milla setzt sich davor hin. Ganz still. Ihre kleinen Pfoten hält sie dicht an ihr weiches Fell, und in ihrem Blick liegt Freude. Vielleicht staunt sie darüber, dass aus ein paar Linien plötzlich etwas entstehen kann. Vielleicht fragt sie sich auch, ob man Freude zeichnen kann.

Da nehme ich Graphit und ein wenig Tusche und beginne, sie zu zeichnen. Milla bleibt ganz ruhig sitzen. Nur ihre Nase bewegt sich ein kleines bisschen, weil sie alles genau erschnuppern möchte.

Strich für Strich kommt sie aufs Papier. Ihre runden Ohren, ihre feinen Schnurrhaare, ihre glänzenden Augen und dieser kleine Blick, der sagt: „Ich bin da. Und ich freue mich.“

Als das Bild fertig ist, schaut Milla es lange an. Dann lächelt sie.

Denn jetzt weiss sie: Auch eine kleine Maus kann ein grosses Staunen ins Atelier bringen.

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Milla und das kleine Funkeln