Jolanda II
All Is Full of Love II
Dieses zweite Bild von Jolanda entstand mit Wasserfarben. Ich wollte die Farbe so transparent wie möglich auf das Papier bringen, fast wie einen Hauch. Ein Körper aus Licht und Ahnung, etwas Gegenwärtiges, das sich dem Blick zugleich immer wieder entzieht.
Es zeigt Jolanda in der Anfangsphase, noch vor der Chemotherapie. Eine Zeit, in der vieles bereits aus den Fugen geraten ist und der eigentliche Weg erst beginnt. Ihr Blick ist offen, verletzlich und suchend. Darin liegen Angst und Erschöpfung, aber auch dieses stille Innehalten vor etwas, von dem man weiss, dass man hindurchgehen muss.
Die Wasserfarbe schien mir dafür das richtige Mittel. Sie fliesst, verliert sich, bleibt durchlässig. Konturen lösen sich auf, Flächen bleiben offen, das Papier darf sichtbar sein. Nichts soll abgeschlossen wirken. Alles befindet sich in Bewegung.
Für mich liegt darin genau dieser Zustand zwischen Wissen und Hoffen, zwischen Erschrecken und Aushalten, zwischen dem Moment, in dem die Welt plötzlich eine andere geworden ist, und dem Versuch, sich in ihr neu zurechtzufinden.
Jolanda wirkt fast durchsichtig. Und doch ist sie da.
Verletzlich. Wach. Gegenwärtig.
Und mitten in all dem bleibt etwas, das sich nicht auflöst.
Etwas Zartes.
Etwas Tragendes.
Die Liebe.
Nicht laut und nicht als Trost, der alles leichter macht. Eher wie etwas, das im Hintergrund bleibt, auch wenn Angst den Blick verdunkelt. Eine Nähe, ein Mensch, der nicht geht.
Darum trägt diese Serie ihren Titel:
All Is Full of Love.