Milla und die Pusteblume
Milla, die kleine Maus, lief an diesem Morgen durch den Garten, und überall war Frühling. Zwischen dem Gras leuchteten gelbe Löwenzahnblüten, und die Luft war warm und weich. Milla schaute sich um und freute sich über all die Farben, über das Licht und über diesen Tag, der sich so freundlich anfühlte.
Da entdeckte sie etwas, das sie noch genauer sehen wollte. Zwischen den Blättern stand eine Pusteblume, rund und weiss wie eine kleine Wolke auf einem Stiel. Milla trat ganz nah heran und betrachtete sie mit grossen Augen. Sie war so leicht und zart, dass es fast aussah, als würde sie schon vom blossen Anschauen davonschweben.
Vorsichtig nahm Milla den Stiel in ihre kleinen Pfoten. Dann holte sie tief Luft und pustete. Sofort lösten sich die feinen Schirmchen und tanzten davon. Sie stiegen in die Luft, leicht und leise, und liessen sich vom Wind tragen. Milla schaute ihnen nach und konnte gar nicht anders, als zu lächeln.
Es war, als würde die Pusteblume kleine Wünsche in die Welt schicken. Ein paar flogen hoch hinauf, andere schwebten langsam über das Gras. Milla sass ganz still da und sah ihnen nach, bis sie nur noch kleine Punkte am Himmel waren.
Da wurde ihr warm ums Herz. Aus einer einzigen Blume waren auf einmal ganz viele kleine Reisen geworden. Und Milla wusste, dass sie von nun an jedes Mal froh sein würde, wenn sie im Garten wieder eine Pusteblume entdeckte. Denn in ihr steckte nicht nur Frühling, sondern auch ein kleines Abenteuer.