Die Stille

Stille Heldinnen – Die Stille

Acryl auf Papier

Dieses Bild zeigt dieselbe Frau wie «Der Schrei» https://www.bildwerk.me/bildgedanken/der-schrei. Und doch könnten die beiden Arbeiten kaum unterschiedlicher sein.

In «Der Schrei» bricht der Schmerz nach aussen. Hier zieht er sich zurück. Der Kopf ist gesenkt, die Augen geschlossen, das Gesicht trägt Müdigkeit, Erschöpfung und eine Traurigkeit, die nichts mehr erklären muss. Es ist keine leere Stille. Sie ist dicht, beinahe körperlich spürbar.

Die Acrylfarbe liegt in blauen, türkisen und ockerfarbenen Schichten auf dem Papier. Pinsel- und Spachtelspuren lassen die Oberfläche offen und verletzlich wirken. Manche Stellen erinnern an Wunden, andere an Schutzschichten. Farbläufe ziehen über das Gesicht, wie Spuren von etwas, das keinen Schrei mehr braucht.

«Die Stille» und «Der Schrei» gehören für mich zusammen. Zwei Bilder derselben Frau. Zwei Zustände, die gleichzeitig Teil einer Geschichte sein können: Überwältigung und Rückzug, Schmerz und Verarbeitung, Lautsein und Verstummen.

Gerade deshalb bekommt «Die Stille» in diesen Wochen für mich noch einmal eine besondere Bedeutung. Das Bild ist Teil des Booklets zur kommenden Ausstellung «Einheit 2026» im Gemeindehaus Orpund. Dort wird auch «Der Schrei» zu sehen sein. Zum ersten Mal begegnen sich die beiden Arbeiten damit in einem gemeinsamen Zusammenhang.

6.–8. November 2026
13.–15. November 2026

Martin Bubers Satz «Alles wirkliche Leben ist Begegnung.» begleitet mich dabei immer wieder. Denn genau darum geht es für mich bei den «Stillen Heldinnen»: nicht nur um Krankheit, nicht nur um Porträts und nicht um die Suche nach schönen Bildern. Es geht um Begegnungen. Um Menschen, die mir etwas von sich anvertrauen. Um das, was sichtbar wird, wenn man lange genug hinschaut.

Ein Mensch ist nie nur der Zustand, in dem wir ihm gerade begegnen. Hinter der Stille kann ein Schrei liegen. Hinter einem Schrei eine ungeheure Stille.

Und beides darf gesehen werden.

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Sichtbar: Nicht leise - Ein Statement

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Der Schrei