Die, die schaut

Dieses Bild ist nach einem Besuch im Gertsch Museum entstanden.

Es war nicht eines der ausgestellten Werke, das mich nachhaltig beschäftigt hat, sondern ein Mensch. Eine junge Frau, die vor den Bildern stand und sie mit einer Intensität betrachtete, die mich sofort angezogen hat. Es war mehr als Interesse. Es war eine Form von Hingabe, von echtem Sehen.

Ich habe sie eine Weile beobachtet, ohne dass sie es bemerkte. Nicht aus Neugier, sondern aus einer wachsenden Faszination heraus. Es war die Art, wie sie in die Bilder hineingegangen ist, wie ruhig sie dabei blieb, wie sehr sie im Moment war.

Dieser Eindruck hat sich festgesetzt.

Später, zurück im Atelier, war klar, dass ich ihn festhalten musste. Eigentlich hatte ich andere Arbeiten geplant. Ein Bild von Milla der kleinen Maus, ein weiteres aus der Reihe „Stille Heldinnen“. Doch dieses Bild hat sich dazwischen geschoben. Es liess mir keine Ruhe.

Obwohl es schon spät war, habe ich begonnen zu zeichnen. Und konnte nicht mehr aufhören. Linie für Linie entstand nicht einfach ein Porträt dieser Frau, sondern der Versuch, diesen Moment einzufangen: die Faszination eines Menschen für Kunst und die Ausstrahlung, die daraus entsteht, wenn jemand wirklich sieht.

Vielleicht ist es genau das, was mich so berührt hat. Nicht nur der Blick auf die Kunst, sondern das Sichtbarwerden eines inneren Zustands.

Tusche auf Papier.

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Milla und der Weg ohne Regen

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Frida