Solange die Margeriten blühen (6.1)
Sammelt die Margeriten, solange ihr könnt. Nichts bleibt, wie es ist, und die Zeit kennt kein Innehalten. Heute lächelt die Blüte noch im Licht, morgen ist sie schon verwelkt, kaum mehr als eine Erinnerung an ihre kurze Schönheit.
Auch die Sonne zieht unaufhaltsam über den Himmel. Je höher sie steigt, desto schneller scheint sie sich wieder dem Horizont zuzuneigen. So ist es auch mit dem Leben: Kaum hat die Jugend begonnen zu leuchten, zieht sie schon weiter, und das Alter rückt leise näher.
Darum gilt es, den Augenblick nicht verstreichen zu lassen. Die Zeit wartet auf niemanden. Was heute möglich ist, kann morgen bereits vergangen sein. Vielleicht liegt gerade darin die stille Wahrheit des Lebens: dass wir den Mut haben müssen, dem Moment zu vertrauen, bevor er sich wieder entzieht.
Inspiriert von: To the Virgins, to Make Much of Time
Robert Herrick.